Allgemein
Offener Brief an die Mitglieder der Bundesregierung
Sehr verehrte Mitglieder der Bundesregierung!
Die unterzeichnenden Abgeordneten zu den gesetzgebenden Körperschaften und EntscheidungsträgerInnen in der SPÖ möchten auf diesem Weg ihre Sorge über die Auswirkungen des Anti-Counterfeiting and Trade Agreement (ACTA) zum Ausdruck bringen und auf die von der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament schon seit langer Zeit aufgezeigten Gefahren, die dieses Abkommen für das zugangsoffene Internet und das Prinzip der Netzneutralität bringt, hinweisen.
Wir sind in großer Sorge um die Zukunft der Demokratie, des freien Meinungsaustausches und des Rechtes auf Wissen, denn mit der Ratifizierung von ACTA wird nicht nur ein Vertrag unterzeichnet, der zukünftig die proaktive Überwachung des Datenverkehrs auf Internetplattformen und gegebenenfalls zivil- und strafrechtliche Folgen ermöglicht. Die weitere Umsetzung würde außerdem einen Prozess legitimieren, der unter Geheimhaltung und Ausschluss der Öffentlichkeit und der Mitglieder der einzelnen demokratisch gewählten legislativen Organe stattgefunden hat.
Mit der Fortsetzung des Ratifizierungsprozesses und der nachfolgenden Verankerung in den verschiedenen nationalen Gesetzgebungen würde der vorliegende Text in seiner kaum greifbaren, schwammigen Formulierung das Ende des Internets, wie wir es heute kennen bedeuten. Damit stellt das Abkommen eine Gefahr für den freien Meinungsaustausch und Wissenserwerb dar. Es würde folglich die Freiheit „des größten und bedeutsamsten Netzwerk der menschlichen Geschichte“ beschneiden[1].
ACTA ist mit keinem modernen Verständnis von Demokratie vereinbar und daher abzulehnen. Wir fordern den sofortigen Stopp des Ratifizierungsprozesses in Österreich, eine Prüfung durch den Europäischen Gerichtshof und eine Neuaufnahme der Verhandlungen, unter Garantie von Transparenz und demokratischer Meinungsbildung.
Sonja Ablinger, Abgeordnete zum Nationalrat
Roswitha Bauer, Abgeordnete zum Oberösterreichischen Landtag
Peko Baxant, Abgeordneter zum Wiener Landtag
Andreas Durst, Landesvorsitzender der Jungen Generation Oberösterreich
Reinhold Einwallner, Landesgeschäftsführer der SPÖ Vorarlberg
Daniel Fellner, Landesgeschäftsführer der SPÖ Kärnten
Elisabeth Hakel, Abgeordnete zum Nationalrat
Karin Kadenbach, Abgeordnete zum Europäischen Parlament
Peter Kaiser, Landeshauptmann-Stellvertreter in Kärnten und SPÖ-Landesparteivorsitzender
Eleonora Kleibel, AKS-Bundesvorsitzende
Philip Kucher, Gemeinderat in Klagenfurt
Jörg Leichtfried, Abgeordneter zum Europäischen Parlament
Max Lercher, Abgeordneter zum Landtag Steiermark
Siegi Lindenmayr, Abgeordneter zum Wiener Landtag
Christian Makor, Abgeordneter zum Oberösterreichischen Landtag und Klubobfrau-Stellvertreter
Marko Miloradovic, Kandidat für die Wahlen zum Innsbrucker Gemeinderat
Wolfgang Moitzi, SJ-Verbandsvorsitzender und Mitglied des SPÖ-Bundesparteipräsidiums
Mirijam Müller, VSSTÖ-Bundesvorsitzende
Petra Müllner, Abgeordnete zum Oberösterreichischen Landtag
Barbara Novak, Abgeordnete zum Wiener Landtag
Christoph Peschek, Abgeordneter zum Wiener Landtag
Evelyn Regner, Abgeordnete zum Europäischen Parlament
Sophia Reisecker, Kandidatin für die Wahlen zum Innsbrucker Gemeinderat
Michael Ritsch, SPÖ-Landesparteivorsitzender und Klubobmann im Vorarlberger Landtag
Martina Schröck, Vorsitzende der SPÖ Graz und Mitglied der Grazer Stadtregierung
Johannes Schwarz, Abgeordneter zum Landtag Steiermark
Sybille Straubinger, Abgeordnete zum Wiener Landtag
Josef Weidenholzer, Abgeordneter zum Europäischen Parlament
Tanja Wehsely, Abgeordnete zum Wiener Landtag
Jürgen Wutzlhofer, Abgeordneter zum Wiener Landtag
[1] Stellungnahme der slowenischen Botschafter Helena Drnovsek Zorko, die ihre Unterschrift unter dem Abkommen öffentlich bereut.
Kurzes update!
Hallo Leute! Wie furchtbar schnell die Zeit vergeht und schon ist wieder ein Sommer um und wir haben eigentlich schon Winter. Auf der Planai in Schladming kann man bereits seit zwei Wochen Ski fahren!
Also, was ist passiert in diesem Sommer – hier ein kurzes Update:
Ihr könnt euch vorstellen, dass sich in einem so großen Bezirk, wie dem meinigen, immer etwas tut. Und so bin ich zwischen zahlreichen Veranstaltungen (Kirtagen, Feuerwehrfesten, Kultur-Veranstaltungen, Festivals undundund) im Bezirk herumgependelt.
Natürlich hat sich auch politisch einiges im Bezirk getan. Zahlreiche kleinere Probleme in einigen Gemeinden, wo ich versucht habe zu helfen und zu unterstützen – bis hin zu größeren politischen Problemen. Bundesminister Hundstorfer war bei uns zu Gast im Bezirk Liezen. Das nutzten wir auch gleich, um mit ihm über die Frage “Lehre mit Karriere – Karriere mit Lehre!?” zu diskutieren. Ein zentrales Thema, dass mich den ganzen Sommer über begleitet hat, waren die geplanten Kürzungen der Zugverbindungen zwischen Graz und Salzburg, die natürlich unseren Bezirk sehr stark betroffen hätten.
Unzählige Protestaktionen, Telefonate mit ÖBB-Chef Kern, Gespräche mit BM Bures und einem Termin bei ÖBB-Chef Kern später, schaut es so aus, dass es uns (den Abgeordneten des Bezirkes Liezen) gelungen ist, dass nicht drei der insgesamt sieben Verbindungen geschlossen werden, sondern nur eine Verbindung. Wenn es interessiert, wie das im Detail ausschaut, der kann sich ja einmal auf unserer Facebook-Seite (immer aktuelle Infos!) darüber näher informieren. Es ist ausverhandelt – leider scheitert es im Moment noch an der Finanzierung. Und da wird jetzt politisches Kleingeld damit gemacht … ich hoffe aber, dass sich das bis Anfang Dezember klären wird.
Was tut sich im Parlament. Nun, ihr wisst ja, dass ich SPÖ-Bereichssprecherin für Creative Industries (Kreativwirtschaft) bin. Auch hier tut sich einiges. Derzeit arbeite ich mit vielen anderen, die großes Interesse an diesem Thema haben, an einem offiziellen SPÖ-Positionspapier zu diesem Thema. Solltet ihr Interesse haben euch daran zu beteiligen, dann schickt mir ein Mail. Demnächst werden wir auch mit einer Homepage online gehen, wo ihr euch dann dort direkt einbringen könnt.
Außerdem wurde auf Initiative meiner Kollegin SPÖ-Bereichssprecherin für Kultur Sonja Ablinger ein SPÖ-Positionspapier zum Thema “Netzpolitik” ausgearbeitet, das ich gemeinsam mit ihr im September den Medien vorstellen durfte.
Es ist Herbst und das bedeutet auch, dass vor einigen Wochen Finanzministerin Fekter im Parlament die Budget-Rede gehalten hat. Darin hat sie vorgestellt, wie sie sich die Finanzierung (Schwerpunkte) der einzelnen Ressorts vorstellt. Wir haben im Parlament darauf auch schon reagiert – hier die Rede von mir zum Budget. Letzte Woche haben wir im Parlament im Budget-Ausschuss mit einem Experten-Hearing mit den Beratungen zum Budget 2012 begonnen. Diese Woche werden die Kapitel “Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur, Bauten” (an denen werde ich teilnehmen, weil sie meinen Aufgabenbereich betreffen) fortgesetzt.
So, das wäre jetzt einmal ein kurzer Überblick, was sich alles so getan hat. Ich verspreche, ich melde mich jetzt hier wieder öfters zu Wort!
Bildung, Bildung, Bildung!
Letzte Woche haben wir im Nationalrat den Bundesfinanzrahmen 2012 – 2015 beschlossen. Bundesfinanzrahmen? Was ist das, haben mich meine Freundinnen gefragt. Nun, der Vierjahresplan legt fest, wie viel Geld die Regierung in den kommenden Jahren maximal ausgeben darf. Österreich ist besser durch die Wirtschaftskrise gekommen als die meisten anderen europäischen Staaten. Dass die Beschäftigung wieder steigt und die Arbeitslosigkeit sinkt, zeigt, dass die österreichische Bundesregierung unter Bundeskanzler Werner Faymann die richtigen Maßnahmen für den Weg aus der Krise gesetzt hat.
Mit dem neuen Finanzrahmen werden deutliche Prioritäten in den Bereichen Bildung, Forschung und Gesundheit gesetzt. Das heißt: Jährlich 100 Millionen für die Thermische Sanierung, ebenfalls 100 zusätzliche Millionen für die Forschungsförderung, jährlich zusätzliche 80 Millionen für den Ausbau der Ganztagesbetreuung an Schulen, 80 zusätzliche Millionen für Universitäten und Fachhochschulen sowie 40 Millionen für den Kassenstrukturfonds. Es wird darüber hinaus auch zusätzliche finanzielle Mittel für die Neue Mittelschule und die Pflege (Pflegefonds als Musterbeispiel einer Verwaltungsvereinfachung!) geben.
Bildung wird als Zukunftsbereich forciert: Der neue Finanzrahmen sieht mehr finanzielle Mittel für den Ausbau der Ganztagsschulangebote und für die konsequente Weiterführung des wichtigen Projektes „Neue Mittelschule“ vor. Von 2012 bis 2014 werden für die Bildung um über 600 Millionen mehr investiert als im Finanzrahmen des Vorjahres vorgesehen. 2015 gibt es dann noch eine Steigerung auf fast 8 Milliarden (zum Vergleich: 2010 wurden 7,2 Milliarden für Bildung ausgegeben). Ein weiterer Schlüsselbereich ist die Forschung: Für die angewandte Forschung des BMVIT werden 2012 im neuen Finanzrahmen zusätzlich 25 Millionen, 2013 30 Millionen und 2014 und 2015 je 35 zusätzliche Millionen zur Verfügung gestellt. Diese Zukunftsinvestitionen sichern zukünftiges Wirtschaftswachstum.
Anlässlich des diesjährigen Girls’ Day hatte ich ein Pressegespräch mit den Wirtschaftsvertretern aus dem Bezirk Liezen. Und auch die Wirtschaft hat es bestätigt: Bildung für unsere Kinder. Bildung, Bildung, Bildung! Das ist das wichtigste was für den Kindern für ihre Zukunft mitgeben können. Denn ansonsten haben sie keine Chance! Daher ist es für mich unverständlich, ich meine, die ÖVP behauptet ja von sich immer, sie sei die Wirtschaftspartei Nummer 1. Na redet die ÖVP nicht mit der Wirtschaft? Denn anders kann ich es mir nicht erklären, dass sie noch immer die größten Verhinderer sind, wenn es darum geht ein neues Bildungssystem in Österreich aufzubauen.
Österreich morgen. In welcher Gesellschaft wollen wir leben?
Vergangene Woche hatte ich die Gelegenheit im Rahmen von “Österreich morgen” im Parlament über die Zukunft unserer Gesellschaft zu diskutieren. Als Politikerin, aber auch als politischer Mensch, ist man für solche Möglichkeiten. Es tut gut einmal nicht um Details zu streiten, sondern über generelle Visionen reden zu können.
In welcher Gesellschaft will ich also 2025 leben?
Als Sozialdemokratin fallen mir da sofort drei Schlagworte ein, die vielleicht ein wenig abgenützt klingen, bei näherer Betrachtung aber nichts von ihrer Relevanz verloren haben: Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit. In einer offenen und modernen Gesellschaft müssen diese drei Parameter bedingungslos erfüllt sein.
In einer freien Gesellschaft zu leben, bedeutet für mich, die Freiheit der Möglichkeit zu haben. Jedem Menschen müssen ungeachtet seiner/ihrer Herkunft alle Türen offen stehen. Ganz gleich, ob im Bildungs- und Arbeitsweg oder in Freizeit- und Kulturfragen. Frei zu sein, heißt auch, ohne Existenzängste in die Zukunft blicken zu können. Eine freie Gesellschaft muss deshalb auch nachhaltig leben.
In einer gerechten Gesellschaft zu leben, heißt für mich, Solidarität verinnerlichen. Sieht man sich die Verteilung des Vermögens in Österreich an, so ist klar, dass dies zur Zeit noch nicht der Fall ist. Eine gerechte Gesellschaft braucht auch einen Staat, der gerecht verteilt. Das heißt für mich gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Umverteilung des Lebenseinkommens und ja auch eine Vermögenssteuer.
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren … heißt es so schön. Ich bin mir sicher, dass mir da jeder zustimmen würde. Nur in der Realität schaut es leider anders aus. Daher ein klares ja zur Integration und ein deutliches Nein zu Fremdenha
ss. In der Vergangenheit wurde im Bezug der Integration leider viel verabsäumt … jetzt gehören hier endlich Taten gesetzt. Sprechen wir offen die Probleme in der Integration an und machen wir endlich eine aktive und humane Integrationspolitik.
Das sind nur einige der Überlegungen, die ich zu diesem Thema habe. Die Diskussionsveranstaltung wurde auch für TW1 aufgezeichnet und wurde/wird fünf mal ausgestrahlt. Nähere Informationen und auch Fotos zur Diskussionsveranstaltung findet ihr auch unter folgendem Link: Österreich morgen. Unter diesem Link findet ihr auch die Übertragunszeiten auf TW1!
Ausbildungspflicht für Jugendliche?
Mehrmals im Monat melden sich bei mir im Büro verzweifelte Eltern oder Jugendliche und bitten mich ihnen bei der Suche nach einem Lehrplatz zu helfen. Meistens sind es SchulabbrecherInnen. Das bedeutet diese Jugendlichen sitzen zu Hause und suchen einen Lehrplatz … in dieser Zeit machen sie aber keine Ausbildung sondern hoffen einfach, bald eine Lehrstelle zu bekommen. Oder sie nehmen Hilfsjobs an, in der Hoffnung, dies sei nur vorübergehend. Oft bleiben sie dann aber in diesen Hilfsjobs “hängen”.
Bundesminister Rudi Hundstorfer hat in der heutigen Pressestunde einen interessanten Vorschlag gemacht: Er will die Ausbildungsgarantie für Jugendliche in eine Ausbildungsfplicht umwandeln. Sein Ziel ist es, dass es in den nächsten fünf, sechs Jahren keinen Jugendlichen ohne Ausbildung gibt.
Ein sehr interessanter Vorschlag finde ich, der sozial benachteiligten Jugendlichen eine bessere Zukunfts-Chance bietet. Denn je höher der Bildungsgrad desto geringer ist die Armutsgefährdung. Mich würde eure Meinung dazu interssieren … schreibt mir doch unter Kommentare eure Meinung!
Filmwirtschaft in Österreich
Peter Kern, Sabine Derflinger, Franz Novotny, Barbara Albert und Jessica Hausner sind nur einige Namen erfolgreicher österreichischer FilmemacherInnen.
Wer, so wie ich, die Gelegenheit hatte, bei der Diagonale in Graz dabei zu sein, der hat die große Vielfalt an österreichischen Filmen gesehen. Ja, wir können zu Recht auf den österreichischen Film stolz sein. Damit der österreichische Film aber weiterhin erfolgreich bleibt und ja, durchaus, auch noch erfolgreicher wird, braucht der heimische Film verlässliche PartnerInnen. Die massive Erhöhung der Filmförderung vonseiten des Kulturministeriums in den letzten Jahren hat es ermöglicht, dass 2011 insgesamt 8 Millionen Euro mehr im Jahresbudget zur Verfügung stehen.
Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung ist natürlich auch das jüngst unterschriebene trilaterale Abkommen zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz zur Intensivierung der filmwirtschaftlichen Beziehungen. So wird Gemeinschaftsproduktionen in Zukunft ermöglicht, Beihilfen und sonstige finanzielle Vorteile und Vergünstigungen zu nutzen. Auch die Digitalisierung der Programmkinos ist eine große Chance, denn gerade Programmkinos sind die Bühne für den österreichischen Film.
Da ich gerade von verlässlichen Partnern und Partnerinnen spreche: Auch die Programmkinos werden Unterstützung brauchen, wenn es darum geht, die Kosten der Digitalisierung zu begleichen. Schön, dFilmass Kulturministerin Claudia Schmied bereits eine Unterstützung mit einen Kofinanzierungsmodell zugesagt hat. Ein Partner, der sicher auch gefordert ist, sich im Rahmen einer Kostenaufteilung zu beteiligen, ist der Wirtschaftsminister; denn es heißt nicht umsonst die Filmwirtschaft.
die Zukunft der LehrerInnen-Ausbildung …
Im Moment gibt es nur eine Berufsgruppe, über die in der Bevölkerung mehr hergezogen wird als über die PolitikerInnen und das sind die LehrerInnen. Ich möchte mich jetzt aber nicht auch noch dem allgemeinen LehrerInnen-bashing anschließen und versuche daher hier sachlich ein paar Gedanken zu diesem Thema niederzuschreiben.
Vor ein paar Tagen habe ich auf Facebook gespostet, dass ich den Vorschlag “Masterstudium künftig für alle Pädagogen Pflicht” für sehr gut halte und ihn daher auch unterstütze. Denn immerhin sind wir unseren Kindern gegenüber verpflichtet. Verpflichtet, ihnen für das Leben in der Erwachsenenwelt die besten Voraussetzungen mitzugeben. Und zu diesen besten Voraussetzungen zähle ich selbstverständlich auch, dass wir den Kindern die allerbeste Bildung mitgeben. Und zwar vom Kindergarten bis zum Bildungs-Abschluss.
Elisabeth, wurde mir dort auf FB geschrieben, ich glaube, dass den Kindergarten-Kindern ziemlich egal ist, ob die “Tante” auf der Universität war und einen Master-Abschluss hat oder nicht. Oder eine Matura hat oder nicht.
Stimmt, dass bestreite ich auch gar nicht. Dem Kindergarten-Kind ist das sicherlich herzlich egal. Aber aus dem Kindergarten-Kind wird ein Schulkind, später vielleicht ein Lehrling oder ein Student und danach ein Arbeitnehmer oder Arbeitgeber … und spätestens dann, wenn es vor den ersten größeren Herausforderungen in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Familie o.ä. steht, spätestens dann ist es dem ehemaligen Kindergarten-Kind nicht egal, ob es als Kindergarten-Kind von einer top ausgebildeten Pädagogin betreut wurde oder nicht. Denn die elemantare Bildung ist das zentrale Element der Bildungsarchitektur - alles was ich für mein Leben wirklich brauche, habe ich als Kind gelernt. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass die ersten 6 Lebensjahre von großer Bedeutung für die Bildung eines Kindes sind.
Die beste Bildung für unsere Kinder – dazu sind wir verpflichtet! Und ja, genau aus diesem Grund unterstütze ich auch das Bildungsvolksbegehren von Hannes Androsch. Vor ein paar Wochen hatten wir in Liezen – gemeinsa
m mit Androsch – eine Podiumsdiskussion inklusive Publikumsdiskussion zum Thema “Bildungsvolksbegehren. Über 200 interessierte TeilnehmerInnen waren gekommen. Darunter natürlich auch sehr viele LehrerInnen. Irgendwann hat sich ein Lehrer zu Wort gemeldet, der sicher nicht viel älter war als ich und meinte: Ich verstehe nicht, warum unser Bildungssystem so schlecht sein soll, denn immerhin hat unser Bildungssystem ja auch so Leute wie Hannes Androsch hervorgebracht. Er verstehe daher die ganze Diskussion nicht.
Verständlich, dass mir da der Mund offen geblieben ist bei so einer Wortmeldung? Hallo? Die Welt hat sich weitergedreht! Hannes Androsch ist 73 Jahre alt! Und was damals gut war (und als er in der Volksschule war, war vieles sicherlich nicht gut – und ganz sicher nicht das Bildungssystem!), muss ja nicht automatisch heute gut sein …
Sorry, aber erlaubt mir jetzt trotzdem ein bißchen bashing … oder nein, besser ist: bildet euch selber eine Meinung.
Frauentag – braucht man den eigentlich noch?
Vor genau 100 Jahren gingen sozialdemokratische Frauen das erste Mal auf die Straße, um für ihre Rechte zu kämpfen. Damals ging es um das Frauenwahlrecht. 100 Jahre später stellen sich Männer und Frauen die Frage: Ist es üb
erhaupt noch notwendig, dass man für Frauenrechte auf die Straße geht? Es gibt sie doch eh schon längst, die Gleichberechtigung. Was man von Männern auch oft hört ist: Wir wollen jetzt einen Männertag! Und wieso eine verpflichtende Frauenquote einführen?! Gute Frauen schaffen es auch ohne Quote! Und es ist doch beschämend für eine Frau, wenn sie nur auf Grund einer Quote in eine Spitzenposition gehoben wird. Und was man auch noch hört und wo mir fast die Worte fehlen ist: wieviele Frauen arbeiten eigentlich am Bau? Führen wir dann dort auch die Frauenquote ein?
Männer dieser Welt!! Ihr habt es noch immer nicht verstanden. Und aus diesem Grund hier noch einmal: Dass gute Frauen es auch ohne Quoten schaffen, impliziert, dass Männer viel besser sind als Frauen, denn sonst hätten wir ja nicht das Problem. So lange Frauen auf Grund der Tatsache, dass sie Frauen sind, noch immer diskriminiert werden, brauchen wir wohl eine Frauenquote. Solange Frauen für die gleiche Arbeit noch immer nicht den gleichen Lohn bekommen, wird es wohl notwendig sein, dass wir Frauen deswegen auf die Straße gehen! So lange viele Frauen noch immer weniger als 1.000,– Netto für einen 40 Stunden Job bekommen, wird es wohl notwendig sein, dass wir Frauen auf die Straße gehen. Und so lange Frauen nicht das gleiche Selbstbewusstsein haben wie Männer, wird es wohl notwendig sein, dass wir Frauen auf die Straße gehen!
Rund um den Frauentag habe ich ein Gespräch mitgehört. Ein neues Geschäft wurde eröffnet und ich kam zur Eröffnung. Der Bürgermeister begrüßte eine junge Frau, die dort neu begonnen hat und hat sie auch gleich gefragt, ob sie eh in die leitende Position (auf Grund ihrer Qualifikation) gekommen ist. Ihre Antwort war: “Nein, bitte nicht. Das tu ich mir nicht an. Ich habe es lieber, wenn mir gesagt wird, was ich tun soll!” Es ist unnötig zu erwähnen, dass mir bei dieser Aussage fast der Mund offen geblieben ist! Zuerst wollte ich sie darauf ansprechen und fragen, warum sie dieser Meinung ist. Und ob da nicht doch ein anderer Grund, der Wahre ist. Vielleicht die Angst vor der neuen Herausforderung? Weil einem ja eh immer gesagt wird, dass man als Frau weniger kann? Ich habe es dann nicht getan, weil ich gemerkt habe, dass ihr die eigene Aussage dann doch etwas unangenehm war.
Warum passiert so etwas? Warum trauen sich Frauen noch immer weniger zu als Männer? Und warum haben Männer vor Frauen Angst? Denn nur das kann der Grund sein, wenn Männer gegen Frauenquoten sind … oder?
Als Frau in der Politik und wenn man noch dazu aus einer ländlichen Region ist, dann kommt es sehr oft vor, dass man bei Terminen die einzige Frau ist. Und man/frau kann sich ausrechnen, welche Sprüche man da zu hören bekommt. Unlängst hatte ich eine Diskussion, weil mir jemand gesagt hat, dass ich anscheinend sehr viel abgenommen hätte und mir das gut passen würde. Warum schreibe ich das hier? Nicht, weil ich von euch hier das selbe hören möchte, nein, sondern weil mir die gleiche Person natürlich auch immer sagt, wenn ich zuviel Gewicht habe. Aber diese Aussage hat mich diesmal dazu verleitet ihn zu fragen, ob er eigentlich meine männlichen Kollegen auch nur auf das Aussehen beschränkt und danach bewertet. Was mir ein unverständliches: Da macht man ein Kompliment und wird gleich zusammengestutzt! eingetragen hat. Ich habe es ihm erklärt, was ich meine … und eine lange Diskussion später habe ich mich dann gefragt, war es diesen mühsamen Aufwand, diese anstrengende Disksussion überhaupt wert? Hätte ich es nicht einfach hinnehmen und tapfer lächeln sollen? Ja, es war diesen Aufwand auf jeden Fall wert! Auch wenn ich diesmal nur einen Mann erreicht habe! Aber es ist diesen Aufwand seit 100 Jahren wert! Das wir Frauen für unsere Rechte kämpfen! Für die Gleichberechtigung!
Frauen dieser Welt! Ja, einen Frauentag braucht es auch nach 100 Jahren noch! Und wir sozialdemoraktischen Frauen wissen, wofür wir kämpfen und wofür wir stehen. Und als Frau in der Politik möchte ich den weiblichen Leserinnen hier noch etwas mitgeben: Wenn euch eine berufliche Aufstiegsmöglichkeit geboten wird, dann sagt nicht sofort nein! Denkt in Ruhe darüber nach! Und traut euch etwas zu! Ihr könnt alles schaffen, was ihr wollt.
Berlinale 2011
Im Februar war ich das erste Mal bei der Berlinale dabei. Jetzt ist schon Berlin ansich eine aufregende Stadt (als ich das erste Mal dort war – an einem wunderbaren Herbstwochende 2001 oder so, mit dem Auto von Liezen nach Berlin, Nina Hagen Du hast den Farbfilm vergessen und Marlene Dietrich Ich hab noch einen Koffer in Berlin im Auto-Radio … Wow, sag ich da nur, hatte ein ganz besonderes Flair – hatte mich die Stadt schon gefangen) – aber Berlin während der Berlinale ist schon eine Spur aufregender!
Dieses Jahr setzten die Verantwortlichen der Berlinale – rund um Jury-Präsidentin Isabella Rossellini – ein deutliches politisches Zeichen. Der regimekritische iranische Regiesseur und Jurymitglied der Berlinale, Jafar Panahi, wurde kurz vor Beginn der Berlinale in seiner Heimat von den Mullahs zu einer sechsjährigen Haftstrafe und zwanzigjährigen Berufsverbot verurteilt. Aus Protest, dass Panahi daher nicht zur Berlinale anreisen konnte, blieb sein Jury-Stuhl bei der Eröffnungskonferenz symbolisch leer. Auch wenn es dazu wenig Hoffnung gab und gibt, forderte Rossellini die Mullahs am Beginn des Festivals zum Einlenken auf.
Es war das erste Mal in der Geschichte der Berlinale, dass sich das Festival politisch zeigte. Der Grund aber, weshalb ich nach Berlin flog, war der, dass ich als Bereichssprecherin für Creative Industries (Kreativwirtschaft) natürlich auch “zuständig” bin für die Filmwirtschaft. Und wo trifft man alle österreichischen Filmschaffenden am besten auf einem “Streich”? – Richtig. Auf der Berlinale.
Nirgends kann man besser netzwerken als am Rande eines Filmfestivals. Und wenn jetzt einer glaubt, ich hätte
mir dort die internationalen Filme, wie True Grit angeschaut, der irrt. Ich habe mir nämlich die österreichischen Filme angeschaut und auch die österreichischen Filmschaffenden, die österreichischen SchauspielerInnen (ich bin ja ein großer Fan von Marion Mitterhammer) getroffen … einer der Filme, die ich gesehen habe war “Follow me” ganz tolles Kino, vor allem der Religionslehrer und der Sohn! Einen Film, den ich noch nicht gesehen habe, den ich mir jetzt aber unbedingt bei der Diagonale in Graz anschauen will, ist “Die Vaterlosen”, von der steirischen Regisseurin Marie Kreutzer.
Anmerken möchte ich hier auch, dass wir auf den österreichischen Film sehr stolz sein können. In den letzten Jahren wurden Unmengen von Preisen gewonnen, was sicherlich auch mit der kontinuierlichen österreichischen Filmförderung zusammenhängt.
Filme, die ich euch auch unbedingt empfehlen möchte sind “Revanche” oder “die Aufschneider” … aber auch den Dokumentarfilm “Cooking History” (ist zwar kein rein österreichischer Film, aber trotzdem …) – ganz toll, habe ich erst letzte Woche in Wien gesehen! Solltet ihr die Möglichkeit dazu haben – unbedingt ansehen! Ich könnte euch jetzt noch unzählige Filme aufschreiben – aber schaut die einmal, da habt ihr jetzt eh einiges zu tun.
Eines ist aber auf jeden Fall fix – die Berlinale sieht mich nächstes Jahr wieder … und was mich zur Filmexpertin macht? Nichts, nur die Freude am Film!




