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Kunst & Kultur

22.Jun 2012

SPÖ-Klubenquete zu "Cultural und Creative Industries" 19.06.2012: Hakel - Kreativwirtschaft braucht umfassendes Förderkonzept

Soziale Absicherung als Standortpolitik - Matznetter - Arbeitsbedingungen verbessern, Ausbeutung verhindern

Der SPÖ-Klub hat am 19. Juni 2012 zur Enquete "Neue Strategien für die Cultural und Creative Industries" (CCI) ins Parlament geladen. Dabei wurde das gleichnamige SPÖ-Positionspapier mit Interessierten sowie Expertinnen und Experten diskutiert, daneben gab es eine hochrangig besetzte Podiumsdiskussion und vier Diskussionsforen zum Thema CCI. Elisabeth Hakel, SPÖ-Bereichssprecherin für die Kreativwirtschaft, betonte, dass es gelte, von punktuellen Fördermaßnahmen zu einem umfassenden Förderkonzept zu kommen. Klar sei außerdem, dass die Innovationskraft der Kultur- und Kreativwirtschaft auch von den Arbeitsbedingungen abhänge. Es brauche daher eine entsprechende Absicherung der kreativ Tätigen. Vor dem Hintergrund drohender Abwanderung hoch mobiler Kreativer sei "soziale Absicherung als wichtiger Standortfaktor" zu sehen, so Hakel. Christoph Matznetter, SPÖ-Wirtschaftssprecher und Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich, plädierte vor dem Hintergrund prekärer Arbeitsverhältnisse und der Zunahme von "working poor" im CCI-Bereich für verbesserte Arbeitsbedingungen, die dazu beitragen, Notlagen und Ausbeutung zu verhindern.

Hakel machte deutlich, dass Politik für den Kultur- und Kreativwirtschaftsbereich Schnittstellenpolitik sei, bei der es Überschneidungen mit Kultur-, Wirtschafts- sowie Sozial- und Technologiepolitik gibt. In Sachen "soziale Absicherung als Standortpolitik" brauche es beispielsweise eine verbesserte Abstimmung der Versicherungssysteme, die Ein-Personen-Unternehmen mit niedrigen Umsätzen nicht behindern, sondern unterstützen. Auch müsste die wachsende Zahl derer, die gemischte Arbeitsverhältnisse haben, besser berücksichtigt werden. Klar sei: "Geht es den Kreativen gut, geht es auch der Kreativwirtschaft gut", unterstrich Hakel.

Zudem benötige die Kreativwirtschaft u.a. Mikrokredite und Zuschüsse, es brauche aber auch eine entsprechende Vorbereitung auf die neuen Förderinstrumente auf EU-Ebene ab 2014, so Hakel. Von zentraler Bedeutung sei weiters die Absicherung der in der Kreativwirtschaft Tätigen - und zwar so, dass "sie heute von ihrer Arbeit leben können und auch später nicht in die Altersarmut abrutschen", sagte Hakel. Wichtig sei es zudem, hochinnovativen Unternehmen ein attraktives Umfeld zu bieten und für gut ausgebildete Nachwuchskräfte zu sorgen, betonte die SPÖ-Bereichssprecherin für die Kreativwirtschaft.

SPÖ-Wirtschaftssprecher Matznetter unterstrich bei der prominent besetzten Podiumsdiskussion die Wichtigkeit der im Rahmen der SPÖ-Klubenquete formulierten Zielsetzungen und Fragestellungen. In der Diskussion warnte Matznetter vor einem falschen Wirtschaftsbild, das unter dem Deckmäntelchen des Versprechens von mehr Freiheit nicht zuletzt auch immer mehr prekär Beschäftigte hervorbringt. Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen im CCI-Sektor sei daher dringend geboten, so Matznetter bei der Podiumsdiskussion, an der weiters teilnahmen: Alexandra Manske (Humboldt Universität Berlin), Katja Kullmann (Autorin), Werner Brix ("Amici delle SVA") und Electric Indigo (Musikproduzentin, DJ).

Alle Fotos der Veranstaltung finden Sie auf Flickr.

Einladung_Enquete als pdf

Die Enquete soll der Auftakt sein, um das SPÖ-Positionspapier "Neue Strategien für die Cultural and Creative Industries" mit Interessierten zu diskutieren und als erste Partei eine Strategie für den Sektor zu präsentieren und weiter zu entwickeln. Das Ziel ist, weg von punktuellen Fördermaßnahmen hin zu einem umfassenden Förderkonzept zu kommen. Die Enquete ist als Einladung zum Diskurs gedacht und soll Ausgangspunkt für weitere Veranstaltungen sein.

Dienstag, 19. Juni 2012
Ort: Parlament, Abgeordneten-Sprechzimmer

10:30 Uhr BEGRÜßUNG & EINLEITENDE WORTE
NAbg. Elisabeth Hakel, SPÖ-Sprecherin Creative Industries

11:00 Uhr ERÖFFNUNGSVORTRÄGE
- "Kreative als aktivierte WirtschaftsbürgerInnen - sozialpolitische Reibungsverluste" von Dr.in Alexandra Manske, Humboldt Universität Berlin
- "Geplatzte Lebensträume - Kreativwirtschaft, eine Blase?" von Katja Kullmann, Autorin

Im Anschluss: PODIUMSDISKUSSION

  • Elisabeth Hakel, Moderation
  • Katja Kullmann
  • Alexandra Manske
  • Christoph Matznetter, Vizepräsident WKÖ
  • Werner Brix, Amici delle SVA
  • Electric Indigo, Musikproduzentin, DJ

13:00 Uhr MITTAGSPAUSE

14:00 bis 16:00 Uhr DISKUSSIONSFOREN
Parallel stattfindende Diskussionsforen zu:

FORUM 1
Creative Industries: Schnittstelle zu Wirtschafts-& Finanzierungspolitik
Input: Hannes Leo
Moderation: Paul Stepan
Wie sollen Förderungen aussehen, welche Anreize und Infrastrukturen sind für eine nachhaltige Entwicklung einer kreativen Unternehmenslandschaft nötig? Welche strukturellen Maßnahmen können entwickelt werden, die die Basis für eine starke und nachhaltige CCI ausbilden und nicht nur Einzelprojekte fördern? Welche spezifischen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind für die CCI in Österreich notwendig?

FORUM 2
Creative Industries: Schnittstelle zu Kulturpolitik
Input: Elisabeth Mayerhofer
Moderation: Sabine Seuss
Der Großteil der Fördergelder für die CCI wird aus dem Kulturbudget bestritten. Welche Positionen kann die Kulturpolitik einnehmen, wenn die Grenzen zwischen Kunst und CCI in der Praxis Unschärfen aufweisen. Wie relevant sind dennoch Abgrenzungen aus Sicht von Politik und Verwaltung, aber auch für gezielte Fördermaßnahmen?

FORUM 3
Creative Industries: Schnittstelle zu Sozialpolitik
Input: Laura Weissenbach
Moderation: Markus Schweiger
Obwohl die CCI ein sehr attraktiver Arbeitsbereich sind, sind die sozialen Rahmenbeding- ungen derzeit noch unzureichend. Die Arbeits- und Einkommensverhältnisse in den Creative Industries sind notorisch schlecht und das Sozialversicherungssystem nicht an die Arbeits- realitäten angepasst. Welche Regulationsmechanismen braucht es, um Kreativen ein Einkommen in ihrer aktiven Zeit und darüber hinaus auch eine entsprechende Arbeitslosen-, Kranken- und Pensionsversicherung zu ermöglichen?

FORUM 4
Creative Industries: Schnittstelle zu Interessenvertretungen
Input: Christoph Matznetter
Moderation: Andrea Schober
Creative Industries sind heterogen, kleinteilig und höchst individualisiert. Wie kann es dennoch gelingen, zu gemeinsamen Positionen zu kommen und eine politische Durchsetzungskraft zu entfalten? Zwar gibt es eine Fülle von Interessenver- tretungen und Berufsverbänden, dennoch sind die CCI und ihre branchenübergreifenden Probleme politisch unterrepräsentiert.

16:00 Uhr PAUSE
16:15 bis 17:00 Uhr PODIUMSGESPRÄCH
Mit den ModeratorInnen aus den Foren

ABSCHLUSS
NAbg. Elisabeth Hakel, SPÖ-Sprecherin Creative Industries